Eine kurze Einordnung

Ich habe die CRO-Strategie und das Design für Spacegoods im Rahmen eines Engagements über eine CRO-Agentur geleitet — Spacegoods war Kunde der Agentur, die Conversion-Architektur und das visuelle Design stammen von mir. Der durchgängige Ansatz war mein Baseline Framework, angepasst an die laute, energiegeladene Persönlichkeit der Marke.

Die Ausgangslage

Spacegoods hatte den schwierigen Teil erledigt. Rainbow Dust hatte eine echte Fangemeinde aufgebaut — die Leute liebten das Produkt, die Marke hatte echten Charakter, und der Social Proof war glaubwürdig. Aber der Store hielt mit der Marke nicht mit.

Das Layout führte mit dem Produkt. SKU-Namen, Inhaltsstoff-Stacks, Geschmacksvarianten — alles prominent im Vordergrund, bevor der Kunde irgendeinen Grund hatte, sich dafür zu interessieren. Das eigentliche Wertversprechen der Marke — schärferer Fokus, gleichmäßige Energie, das Gefühl, eingeschaltet zu sein ohne die Nervosität, die mit Kaffee einhergeht — war unter der Fold begraben.

Ein Kunde, der von einer Paid Ad landete, wurde aufgefordert zu bewerten, bevor er überzeugt war. Der Store machte den falschen Job.

Was das Audit zutage förderte

Fünf strukturelle Probleme drückten die Performance:

  1. Der Hero führte mit dem Produktnamen, nicht mit dem Ergebnis. „Rainbow Dust V1.0" sagt einem Erstbesucher nichts. Die Headline beschrieb das Produkt, statt das Ergebnis zu verkaufen.

  2. Der After-State war nirgendwo verankert. Spacegoods-Kunden kaufen kein Pulver — sie kaufen eine Version von sich selbst, die schärfer, produktiver und weniger abhängig von Kaffee und Koffein-Abstürzen ist. Dieses Narrativ fehlte im emotionalen Einstieg der Seite.

  3. Pack-Pricing war vorhanden, leistete aber keine Conversion-Arbeit. Drei Stufen waren sichtbar, aber das Anchoring war schwach — kein klares „Most Popular", kein verankerter Vergleich zwischen Einzel- und Mehrfachpack, der das Upgrade zur offensichtlichen Wahl machte.

  4. Social Proof war verstreut, nicht konzentriert. Bewertungen waren da und stark, aber sie tauchten zu weit unten auf und waren nicht sequenziert: UGC-Video, dann Testimonials, dann Sternebewertungen — keines davon im Moment der Entscheidung platziert.

  5. Die Garantie war präsent, aber nicht prominent. Die Geld-zurück-Garantie ist eines der wirksamsten Trust-Signale für eine Supplement-Marke — sie räumt den Haupteinwand aus („Was, wenn es bei mir nicht wirkt?"). Sie war da, leistete aber nicht die Schwerstarbeit, die sie leisten sollte.

Was wir gebaut haben

Das Redesign wendete das komplette Baseline Framework an — Section-Reihenfolge restrukturiert, Copy neu geschrieben, visuelle Hierarchie von oben bis unten neu aufgebaut.

After-State zuerst. Der Hero wurde rund um das Ergebnis neu geschrieben: Produktivität, mentales Wohlbefinden, Energie ohne Absturz. Der Produktname wurde in eine unterstützende Rolle verschoben — er sagt, was sie bekommen, nicht warum sie es kaufen.

„Chase your dreams" — die Identität verkaufen, nicht den Inhaltsstoff. Eine Full-Bleed-Lifestyle-Section wurde eingefügt, um Hero und Produkterklärung zu verbinden. Spacegoods-Kunden sind ambitionierte Menschen, die ihre Bestleistung abrufen wollen. Diese Section machte das explizit — ein aspirativer After-State, verankert in der Markensprache, bevor die Seite in Produktdetails einstieg.

AIDA-Block: Belief vor Buy. Auf halber Seitenhöhe wurde das Baseline-AIDA-Format genutzt, um den Kunden von Attention zu Desire zu führen. „Nothing exists until you create it" — eine Aussage, die direkt an die Zielgruppe der Marke spricht, gepaart mit einer echten Kundenstimme und einem klaren Weg zum Produkt.

Garantie nach oben gezogen. Die 30-Tage-Geld-zurück-Garantie wurde an eine prominente Stelle gesetzt: direkt neben dem add-to-cart-Button und nochmal am Seitenende. Bei einem Supplement-Produkt mit einem Erstkäufer ist die Garantie die Erlaubnisstruktur — sie verwandelt „Ich bin interessiert, aber unsicher" in „Ich habe nichts zu verlieren."

Social Proof neu strukturiert. Testimonials wurden über die UGC-Video-Section gehoben, verankert mit einem echten Kundennamen und einem Zitat, das den Kernnutzen spiegelte. UGC-Videos folgten, dann die volle Review-Aggregation. Die Sequenz baut Glaubwürdigkeit in Schichten auf, statt allen Proof an einer Stelle abzuladen.

Inhaltsstoff-Section mit Benefit-Tiefe neu aufgebaut. Jeder Schlüssel-Inhaltsstoff — Lion's Mane, Ashwagandha, Cordyceps, Maca-Wurzel, Chaga, Rhodiola — bekam eine eigene Karte mit drei spezifischen Benefits. Das ließ das Produkt deutlich besser belegt wirken, ohne neue Claims einzuführen: dieselben Inhaltsstoffe, ordentlich erklärt.

Das Ergebnis

Nach dem Launch bewegten sich beide primären Conversion-Metriken deutlich:

  • Add-to-cart rate: +66%
  • Conversion rate: +69%

Der Lift bei add-to-cart war der Leading Indicator — er bestätigte, dass mehr Besucher mit echter Kaufabsicht auf der Produktseite ankamen. Der Lift bei der Conversion Rate folgte, getrieben durch die Garantieplatzierung und den restrukturierten Social Proof, die den Last-Moment-Drop-off reduzierten.

Der Kernmechanismus: Der Store hörte auf, Kunden zur Bewertung eines Produkts aufzufordern, von dem sie noch nicht überzeugt waren, dass sie es brauchten, und begann ihnen zu helfen, sich selbst im Ergebnis wiederzuerkennen. Sobald sich diese Sequenz änderte, bewegten sich die Zahlen.